Self-preservation

Friday, October 01st, 2010

Die letzten Tage waren glücklicherweise nicht ganz so dunkel wie der Rest dieser Woche und insgesamt kann ich wieder etwas optimistisch in die Zukunft blicken.  Zwar lebe ich derzeit noch in der Selbsttäuschung, die drohende Aufspaltung ignorieren zu können, doch ist es mir wieder gelungen Gefallen an den kleinen Freuden des Lebens zu finden. Ich höre Musik, lese weiterhin den Steppenwolf und pfeife auf die Zwänge der Arbeitswelt. Tatsächlich schreibe ich diesen Eintrag gerade in meiner, ach so produktiven, Arbeitszeit. Eine andere Beschäftigung ausser Schlaf kommt mir momentan nicht in den Sinn. Die bestehende Müdigkeit hinterlässt einen Eindruck süßer Verzuckung in meinen Synapsen. Ich bin mir sicher, dass dieser Schlaf dem Schlaf eines Kindes gleichkommen würde. Leider befinde ich mich derzeit noch tief im Dschungel der irdischen Absurdität und muss mich mit einem häufigeren Schließen der Augen zufrieden geben. Nichtsdestotrotz kann ich die Zeit mit der guten Musik ohne Probleme überbrücken.

Tagesbericht

Wednesday, September 15th, 2010

Nach 90 Minuten lernintensivem Frühsport, die Disziplin in diesem Falle die abstrakte Mathematik, sitze ich seit gut einer halben Stunde in einem dieser modernen Konsumtempel für Kaffee. Vor mir liegt meine stark ramponierte Ausgabe des Steppenwolfes und neben einer unschönen, künstlichen Topfpflanze steht eine große Tasse schwarzer Brühe. Auf Milch habe ich der Laktose und des Geschmackes wegen verzichtet. Diese lässt den Kaffee seinen bitteren Geschmack verlieren, beinahe so als würde man nur vorgeben eine belebende Droge zu sich zu nehmen. Viel störender als die Präferenzen etlicher Kunden hier, sind allerdings die wahrhaft hässlichen Klänge aus den Deckenlautsprechern. Ein wirrer Mix aus südländischen Gesängen und penetranten Glockentönen. Die Art der “Musik” erinnert mich unweigerlich an die Darstellung der Hölle aus dem Triptychon “Der Garten der Lüste” von Hieronymus Bosch. (more…)

Der Affe auf dem Baum

Monday, February 09th, 2009

In vielerlei Hinsicht ähnelt der Mensche dem Affen, sowohl auf physischer als auch auf psychologischer Ebene. Das dies offenbar den wenigsten Menschen bewusst ist versetzt mich oftmals in tiefe Bestürzung. Wie soll man ein zufriedenstellendes Leben führen ohne sich seiner Wurzeln bewusst zu sein? Ist das “Animalische” vielleicht so stark uns vorzugaukeln unsere Existenz habe einen höheren / göttlichen Sinn? Diesen Fragen sollte sich meiner Meinung nach jeder von uns einmal schonungslos ausliefern. Welchen anderen Sinn kann man einem Leben mit der unabänderbaren Bestimmung abgewinnen? Die Antwort muss in der Philosophie vorhanden sein.

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Das Leben als Lüge

Monday, February 09th, 2009

Wieder einmal ist es Zeit die Motivation der Mitmenschen in Frage zu stellen. Wie sehr es die Menschen auch abstreiten mögen oder wie sehr sie sich durch das atemberaubende Glitzern eines Erzes blenden lassen, nichts kann die Lüge aller verdecken. Wie schmerzlich diese Erfahrung auch für einige sein mag, noch schmerzlicher ist sie für alle Außenstehenden. Zu jeder Zeit und an jedem Ort scheint ein dunkler Schatten über dem Antlitz der Menschen zu liegen. Sie eilen, kaufen, suchen die Selbsterfüllung in der Sinnlosigkeit oder tauchen in eine Art geistige Umnachtung ein.
Statt ihrer selbst bewusst und somit auch der geistigen Stärke bewusst zu werden ist das Joch der Menschheit von unendlicher Dauer. Doch wie vermag man diese Situation aus dem Geiste verbannen, um den endlosen Leiden dieses Anblicks zu entrinnen. Nie mehr? Was passiert wenn Idealismus auf die richtige Menge Macht trifft? Definiert uns nicht alle die Größe des Ehrgeizes? Die Flut der Fragen, die Überhäufung der Rätsel und das beklemmende Gefühl der Ungewissheit ebben erst in den süßen Armen des Schlafes ab. Umso entsetzlicher ist ein Erwachen in einer Gesellschaft wie dieser. Was würde man alles geben um sich seiner Überflüssigkeiten zu entledigen?! Das unbändige Verlangen nach Perfektion geht einher mit der Dosis Wahnsinns. Welcher Medikus mischt das richtige Antidot? Alles was am Ende bleibt ist die Ungewissheit, stählern im Dunkel der Nacht.