Requiem [Entwurf]

Monday, February 02nd, 2009

Der Ernst seiner Lage war allen, einschließlich ihm, bekannt. Daher war er auf eine gesonderte Behandlung, einen eigenen Raum, in dem alles mit Gummi gedämpft war, und das vollkommene Fehlen von Einrichtung wohl bekannt. Der Grund für diese menschliche Ausnahmesituation lag in den Tiefen seines Körpers verborgen. Präziser hätten sich wohl auch nicht seine vielen Doktoren ausgedrückt. Denn seit seinem 18. Lebensjahr war er unfähig Schmerz zu empfinden. Es geschah ohne Vorwarnung, völlig symptomlos. Seither war er als medizinisches Wunder von Institution zu Institution gereicht worden. Selbst das Militär hatte zunächst großes Interesse an ihm bekundet. Als sich dann jedoch ziemlich schnell die Hoffnungen auf ein Verstehen oder gar eine Heilung von selbst erledigten waren alle seiner überdrüssig. Nun lag er in einer geschlossenen Abteilung einer psychatrischen Klinik und sehnte sich nach einem Zeichen. Es war zwar nicht so, dass er nicht ausreichend genug umsorgt wurde aber der Grund der Pflege schien ihm unwirklich zu sein. Das war zu jener Zeit als die Träume seinen Verstand zu dominieren begannen. Waren es zunächst noch grandios komponierte Aufführungen voller Farben, Formen und Gestalten, läutete der eine Traum seinen Schmerz ein:

Er stand in dem Wartezimmer einer Behörde, so vermutete er jedenfalls. Erkennbar waren einige Stühle, ein Tisch voller Illustrierter und ein spartanischer Empfangsschalter. Am Ende des Ganges befand sich eine rote Tür aus der leise Musik zu kommen schien. Neugierig geworden was es mit dieser Tür auf sich hatte trat er auf sie zu. Dahinter befand sich ein Raum voller gestapelter Banknoten. Das Nächste was ihm auffiel war das undurchdringbare Hämmern einer Toccata. Die Geldscheine wirkten auf ihn sehr beklemmend und als ob es das einzig Mögliche wäre nahm er ein Bündel in die Hand um es langsam aufzuessen. Dem ersten Bündel folgte ein anderer. Erst als der Raum vollständig leer war lies der Wahn von ihm ab.

Sobald er aus den Tiefen seines Unterbewusstseins aufgetaucht war durchzuckte ihn ein heftiger Schmerz. Es begann zunächst im Magenbereich mit einem Kribbeln, intensivierte sich innerhalb dem Bruchteil einer Sekunde zu einem tiefen Schmerzausbruch unt entfaltete in seinem Kopf ein Feuerwerk aus Farben.

Das Fragment

Monday, January 05th, 2009

Das Fragment

Als Fragment wird ein Gedanke extraordinärer Art bezeichnet. Der Sinn dieser Materialisierung impliziert häufig die Existenz einer ominösen göttliche Essenz. Der religiösen Willensbildung nach wird das Suchen nach einem unorthodoxen Fragment oftmals als Sünde bezeichnet. Wenngleich derartige Bestrebungen nicht selten in Geisteskrankenheiten münden erfreut sich die Vorstellung von Fragmenten permanenter Beliebtheit.